Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.
Inplay-Info » Spieljahr: 2012 » [ Zum Kalender ]
Juni 2012
Mon Tue Wed Thu Fri Sat Sun
1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30
Juli 2012
Mon Tue Wed Thu Fri Sat Sun
1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31
August 2012
Mon Tue Wed Thu Fri Sat Sun
1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31

Maylu Silva
May ~ Bee

InGame-Posts: 9
Registriert seit: 23.02.2026
Letzter Besuch: Vor 3 Stunden
Status: Offline


Avatarperson: Gabrielle Union
Wesen: Gestaltwandlerin - Chilenische Waldkatze | Telepathie - Stufe 2
Wohnort: Ambalee
Status: Single
Aussehen: Größe: 168 cm |
Augenfarbe: warmes Haselnussbraun |
Haarfarbe: Dunkelbraun |
Statur: schlank, kräftig, ausdauernd, breitere Hüfte
Aurenfarbe: Grün & Blau mit feinen Nuancen von Orange & Grauschattierungen
Postingfrequenz: Etwa alle 2 Wochen

Verbundene Accounts


« »
Inplaytracker (2)
17.06.2012 Der Tanz der Bienen
Mitspieler
17. Juni, morgens | Hill House | Maylu & Yuma
01.07.2012 Born of bees and wildflowers
Mitspieler
Maylu & Coal | 1. Juli, nachmittags | abseits der Stadt
Archivierte Szenen () [+]

Who am I?


These are my roots.



Name & Deckname


Maylu Ana Costa Silva
Den meisten jedoch bekannt als Maylu Silva.

Bedeutung - Maylu:
Eine Form von Maria mit der Deutung "die Tochter des Mondes".
- Brasilianisch, Indianisch, Lateinamerikanisch

Alter & Geburtstag


echt: 32 Jahre | 18.04.1980 | Curitiba, Paraná, Brasilien
Ausweis: 27 Jahre | 18.04.1985 | Los Angeles, Kalifornien

Herkunft


Curitiba, Paraná, Brasilien
Muttersprache: Portugiesisch

Bildung


1986 - 1994 Escola Municipal in Curitiba
→ bis etwa zur 8. Klasse, bevor sie entführt wurde

Den Abschluss (Ensino Fundamental completo) und später den äquivalenten High-School-Abschluss holte sie in den USA nach (Hopi-Reservat und Dawnskap Bay).

Beruf/Job


Maylu arbeitet Vollzeit als Wildhüterin in den ausgedehnten Waldgebieten rund um Dawnskap Bay. Ihre Arbeit umfasst die Überwachung von Tierpopulationen, den Schutz sensibler Ökosysteme und die Sicherstellung des natürlichen Gleichgewichts. Sie verbringt einen Großteil ihrer Zeit allein in der Natur, wo ihre geschärften Sinne und ihre tiefe Verbundenheit zur Umgebung ihr zugutekommen.

Zusätzlich:
Maylu ist Hobby-Imkerin und betreut mehrere Bienenvölker auf dem hinteren Teil des Villengeländes des Katzenrudels. Ihr Honig versorgt nicht nur das Rudel, sondern auch Freunde und nahe Verbündete.
Zukünftig wird ihr Honig auch in Tessas Teehaus erhältlich sein, sowohl für das Süßen der Tees als auch in kleinen Gläsern zum Kauf.

Familie


Vater: Rafael Silva, *1952, Mensch - wissend
Mutter: Mariana Costa, *1960, Gestaltwandlerin - Hyazinth-Ara
Bruder: Lucas Costa Silva, *1983, Gestaltwandler - Tukan
Schwester: Fernanda Costa Silva, *1987, Mensch - wissend

Großeltern väterlicherseits:
João Pereira Silva, *1928, gestorben 1994 (Hausbrand)
Eliza Mendes, *1932, gestorben 1994 (Hausbrand)

"Meine Familie war mein erster und wahrster Anker in dieser Welt. Wir hatten wenig, aber wir hatten einander, und als Kind fühlte ich mich in ihrer Nähe vollkommen sicher. Meine Mutter lehrte mich, meine Natur nicht zu fürchten, sondern als Teil von mir anzunehmen, während mein Vater mir durch seine stille Beständigkeit zeigte, was es bedeutete, Halt zu geben. Lucas war mein erster Gefährte, und ich spürte schon früh den Wunsch, auf ihn aufzupassen, während Fernanda sich mit einer Selbstverständlichkeit an mich band, die ich nie infrage stellte. Meine Großeltern waren das Fundament unseres Zuhauses, ihre bloße Anwesenheit gab allem eine Form von Ruhe und Beständigkeit. Als ich sie verlor, verlor ich nicht nur meine Familie, sondern auch den Ort, an dem ich mich zum ersten Mal sicher gefühlt hatte. Doch alles, was sie mir gegeben haben, lebt bis heute in mir weiter und prägt die Person, die ich geworden bin."

Das Schicksal von Maylus Eltern und Geschwistern ist ungewiss. Maylu nimmt zwar an, dass sie sich bei dem Brand ebenfalls, wie ihre Großeltern, im Haus befanden, kann es aber bis heute nicht mit Gewissheit sagen.


Risk a glance?


There is more you can see.



Aussehen


Größe: 168 cm
Haarfarbe: Dunkelbraun
Augenfarbe: warmes Haselnussbraun
Statur: schlank, kräftig, ausdauernd, breitere Hüfte
Körperliche Besonderheiten:
  1. Feine, helle Brandnarbe am rechten Unterarm
    Sie stammt aus der Nacht, in der ihr Elternhaus brannte. Die Narbe ist nicht groß, aber sichtbar, wenn man darauf achtet. Für Maylu ist sie kein Makel, sondern eine Erinnerung, die sie nie vollständig loslassen konnte.
  2. Kleine, unregelmäßige Narben an Händen und Unterarmen
    Von Dornen, Ästen und jahrelanger Arbeit in der Natur sowie aus ihrer Zeit als Wildhüterin und ihrer Kindheit in einfachen Verhältnissen. Sie fallen nicht sofort auf, aber ihre Hände wirken nicht unberührt vom Leben.

Charakterliche Eigenschaften


    Stärken:
  • widerstandsfähig
  • naturverbunden
  • fürsorglich
  • loyal
  • aufmerksam
  • wachsam
  • geduldig, auch in schwierigen oder emotional belastenden Situationen
  • einfühlsam und sensibel für die Gefühle anderer
  • selbstständig und fähig, allein zurechtzukommen
  • innerlich ruhig und schwer aus der Fassung zu bringen

    Schwächen:
  • Verlustängste, besonders gegenüber Menschen, die ihr wichtig sind
  • neigt dazu eigene Bedürfnisse zurückzustellen
  • anhänglich gegenüber vertrauten Personen
  • hat Schwierigkeiten, anderen vollständig zu vertrauen
  • behält emotional belastende Dinge oft für sich
  • vermeidet Konflikte, selbst wenn sie notwendig wären
  • fühlt sich schnell verantwortlich für das Wohlergehen anderer
  • reagiert sensibel auf Ablehnung oder emotionale Distanz
  • hat Schwierigkeiten, um Hilfe zu bitten
  • trägt Schuldgefühle für Dinge, die außerhalb ihrer Kontrolle lagen

    Vorlieben:
  • Wälder und unberührte Natur
  • das Summen von Bienen
  • die Stille früher Morgenstunden
  • warme Sonne auf ihrer Haut
  • Outdooraktivitäten (campen, wandern, klettern, schwimmen etc.)
  • Lagerfeuer
  • das Gefühl von Erde unter ihren Händen
  • findet Hexen & Hexer faszinierend
  • Regen, besonders wenn er sanft durch Blätter fällt
  • ruhige körperliche Nähe zu vertrauten Menschen

    Abneigungen:
  • Kontrollverlust
  • das Gefühl von Ausgeliefertsein
  • Enge und Eingesperrtsein
  • sinnlose Grausamkeit
  • Tierquälerei
  • unnötiger Lärm
  • aggressive oder dominante Persönlichkeiten
  • große, unübersichtliche Menschenmengen
  • künstliche, sterile Umgebungen ohne Natur
  • Personen, die das Vertrauen anderer ausnutzen

    Besonderheiten:
  • spricht mit einem portugiesisch-spanischem Akzent
  • bewegt sich oft ungewöhnlich leise, selbst ohne es bewusst zu beabsichtigen
  • beobachtet ihre Umgebung ständig, auch in entspannten Momenten
  • verbringt viel Zeit bei ihren Bienenvölkern, selbst ohne konkreten Anlass
  • schläft leichter als die meisten und wacht bei ungewohnten Geräuschen schnell auf
  • berührt manchmal unbewusst Holz, Pflanzen oder Erde, um sich zu erden
  • fühlt sich in der Nähe von Wäldern sofort ruhiger
  • spricht mit ihren Bienen in ruhigem Ton, ohne es bewusst zu hinterfragen
  • bevorzugt natürliche Materialien wie Holz, Baumwolle oder Leder

Gesinnung


  • handelt primär aus Mitgefühl und einem tiefen Verantwortungsgefühl gegenüber anderen
  • besitzt einen starken inneren Drang, Schwächere zu schützen und zu bewahren
  • lehnt Grausamkeit, Machtmissbrauch und unnötige Gewalt entschieden ab
  • orientiert sich weniger an festen Regeln als an ihrem Gewissen und ihrer Intuition
  • glaubt daran, dass jede Handlung von den Umständen und der Absicht dahinter geprägt ist
  • ist loyal gegenüber denjenigen, die sie als ihre Familie oder ihr Rudel betrachtet
  • urteilt nur selten vorschnell, da sie gelernt hat, dass jeder eine eigene Geschichte trägt
  • ist bereit, für das Wohl ihrer Liebsten persönliche Opfer zu bringen
  • vermeidet Gewalt, ist jedoch fähig, diese anzuwenden, wenn es keine andere Möglichkeit gibt
  • strebt nach einem Leben im Einklang mit der Natur und im respektvollen Umgang mit allen Lebewesen


You want more?


There is a world behind the shades.



Rasse


Gestaltwandlerin - Chilenische Waldkatze (Kodkod)

Kopf-Rumpf-Länge: 40 cm
Schwanzlänge: 21,8 cm
Schulterhöhe: 25 cm
Gewicht: 1,8 kg
Fell: dicht, schwarz
Augen: groß, aufmerksam

Fähigkeiten


  • Bonus menschliche Gestalt: deutlich verbesserter Geruchssinn (Katzenartige haben eine weitaus feinere Nase als der Mensch.)
  • Bonus menschliche Gestalt: 50% stärker (also 1,5-fach), als es eine Person ihrer Statur normalerweise wäre
  • Bonus Tiergestalt: dreimal stärker als ein echtes Tier derselben Art
  • Telepathie Stufe 2
    Maylu kann mit ihr nahestehenden Wandlern in Tiergestalt kommunizieren (Yuma, Katzenrudel, Freunde).

    Fähigkeiten in Tiergestalt (Kodkod):
  • außergewöhnlich leise und nahezu lautlose Fortbewegung
  • hervorragende Kletterfähigkeit, selbst auf schmalen oder instabilen Oberflächen
  • ausgeprägte Fähigkeit, sich zu verstecken und mit der Umgebung zu verschmelzen
  • stark verbesserte Nachtsicht
  • sehr schnelle Reaktionsfähigkeit und hohe Wendigkeit
  • kann selbst kleinste Bewegungen und Geräusche wahrnehmen

    Andere, nicht übernatürliche besondere Fähigkeiten:
  • spricht fließend Portugiesisch (Muttersprache), Spanisch und Englisch
  • ausgezeichnete Orientierung in der Natur, auch in unbekanntem Gelände
  • geübt im lautlosen Bewegen und im unauffälligen Beobachten ihrer Umgebung
  • kann Tierverhalten sehr gut lesen und einschätzen
  • fundiertes Wissen über Ökosysteme, Wildtiere und Naturschutz durch ihre Tätigkeit als Wildhüterin
  • erfahren im Überleben in der Wildnis (Feuer machen, Wasser finden, sichere Schlafplätze erkennen)
  • geübt im Umgang mit ihren Bienenvölkern und in der Honiggewinnung
  • erkennt Spuren, Veränderungen und ungewöhnliche Vorkommnisse in ihrer Umgebung sehr schnell
  • körperlich ausdauernd, belastbar und an längere körperliche Anstrengung gewöhnt
  • gute Selbstkontrolle und Fähigkeit, auch in Stresssituationen ruhig zu bleiben

Zugehörigkeit


Katzenrudel seit 2003

Aurenfarbe


Hauptfarben: Grün & Blau
Feine Nuancen von: Orange & Grauschattierungen


How's my life?


Life is the greatest adventure.



Was bisher geschah …



1980 - 1994 | Kindheit & frühe Jugend, Curitiba, Paraná - Brasilien


"Ich wurde in einem Haus geboren, das nie ganz still war. Nicht, weil es laut gewesen wäre, sondern weil es lebte. Die Holzbalken knarrten nachts leise, wenn sich die Temperatur veränderte, der Wind strich durch die Ritzen der Fensterrahmen, und irgendwo draußen raschelte immer etwas im Unterholz. Wir lebten am Rand von Curitiba, dort, wo die Straßen seltener wurden und die Natur begann, sich das Land zurückzuholen. Unser Haus war alt, von meinem Großvater gebaut, mit Händen, die ihr Leben lang gearbeitet hatten. Es war klein für so viele Menschen, aber ich empfand es nie als eng.
Wir waren arm. Das wusste ich schon früh, nicht weil es mir jemand erklärte, sondern weil ich es sah. Unsere Kleidung wurde geflickt, bis der Stoff selbst nicht mehr wusste, wie oft er bereits gerissen war. Essen war nie selbstverständlich. Es gab Tage, an denen meine Mutter die Portionen kleiner machte, ohne etwas zu sagen, und ich verstand instinktiv, dass ich nicht nach mehr fragen durfte. Aber wir waren nie unglücklich. Wir hatten einander, und als Kind glaubte ich, dass das alles war, was ein Mensch brauchte.

Meine Mutter, Mariana, war das Herz unseres Hauses. Sie bewegte sich mit einer stillen Selbstverständlichkeit durch den Alltag, als wäre sie ein Teil des Rhythmus selbst, der alles zusammenhielt. Sie war eine Wandlerin, wie ich es eines Tages ebenfalls sein würde. Ihre Tiergestalt war ein Hyazinth-Ara, ein Wesen aus leuchtendem Blau und kraftvollen Schwingen. Als ich klein war, zeigte sie sich mir in dieser Form, nicht als Demonstration, sondern als Vertrauen. Ich erinnere mich noch an den Moment, als ich ihre Federn berührte, vorsichtig, ehrfürchtig, und daran, wie sie mich mit einem Auge ansah, das gleichzeitig fremd und zutiefst vertraut war.
Mein Vater, Rafael, war ein Mensch. Er konnte sich nicht wandeln, aber er gehörte dennoch zu uns. Er war stark auf eine Weise, die nichts mit körperlicher Kraft zu tun hatte. Seine Stärke lag in seiner Beständigkeit. In der Art, wie er jeden Morgen aufstand, unabhängig davon, wie wenig er geschlafen oder wie hart er am Vortag gearbeitet hatte. In der Art, wie er meine Mutter ansah, als wäre sie etwas Kostbares, das er niemals als selbstverständlich betrachtete.
Wir lebten auch mit meinen Großeltern väterlicherseits zusammen. Mein Großvater João hatte ein Gesicht, das von der Sonne und den Jahren gezeichnet war, und Hände, die niemals still hielten. Meine Großmutter Eliza sprach wenig, aber ihre Nähe war immer spürbar, wie eine ruhige Präsenz, die nichts verlangte und doch alles gab.
Als Lucas geboren wurde, war ich drei Jahre alt. Ich erinnere mich nicht an den Moment selbst, aber ich erinnere mich an das Gefühl danach. Plötzlich war da jemand, der kleiner war als ich, verletzlicher. Jemand, den ich beschützen wollte, ohne zu wissen, warum. Er war wie unsere Mutter ein Wandler, und als seine erste Wandlung Jahre später kam (im gleichen Jahr wie meine) und er sich in einen Tukan verwandelte, war ich stolz auf ihn, als hätte ich selbst etwas damit zu tun gehabt.
Fernanda wurde vier Jahre nach ihm geboren. Sie war anders. Ruhiger. Die Möglichkeit herauszufinden, ob sie ein Mensch oder eine Wandlerin war, wurde ihr Jahre später genommen.

Meine Mutter begann früh mit mir über das zu sprechen, was ich eines Tages sein könnte. Sie erklärte es mir nicht als Bürde, sondern als etwas, das weder gut noch schlecht war, sondern einfach existierte. Sie sagte mir, dass die Wandlung kommen würde, wenn die Zeit richtig war, und dass ich keine Angst davor haben sollte. Als es schließlich geschah, war ich vierzehn. Ich war allein im Wald, nicht weit vom Haus entfernt. Ich erinnere mich noch an den Moment davor, an die Stille, die sich plötzlich anders anfühlte. Mein Körper reagierte, bevor mein Verstand es tat. Es war kein Schmerz, sondern ein Ziehen, ein Loslassen von etwas, das ich mein ganzes Leben festgehalten hatte, ohne es zu wissen.
Als ich mich zum ersten Mal in meiner Tiergestalt sah, verstand ich, dass ich nicht meine Mutter war. Nicht mein Bruder. Nicht mein Vater. Ich war etwas Eigenes. Ich war kleiner, als ich erwartet hatte. Leichter. Schneller. Die Welt fühlte sich anders an, intensiver, unmittelbarer. Jeder Geruch, jedes Geräusch war klar und bedeutungsvoll. Ich war nicht verloren. Ich war vollständig. Meine Mutter weinte, als ich es ihr zeigte. Aber es waren keine Tränen der Trauer. Es waren Tränen des Stolzes. Ich glaubte, mein Leben würde von dort aus beginnen. Ich hätte nie gedacht, dass es nur Monate später enden würde.

Der Tag meiner Entführung ist kein klarer Moment in meiner Erinnerung, sondern eine Abfolge von Fragmenten. Hände, die zu fest zugriffen. Stimmen, die ich nicht verstand. Das Gefühl, dass etwas unwiderruflich zerbrach, noch bevor ich begriff, was geschah. Ich sah, wie sie unser Haus in Brand setzten. Ich erinnere mich an die Flammen, die sich an den Wänden hochzogen, als wären sie lebendig. An den Rauch, der den Himmel verdunkelte. Ich schrie. Ich kämpfte. Aber sie hielten mich fest, und meine Stimme ging im Geräusch des Feuers unter. Ich sah meine Familie nicht mehr. In meinem Herzen starben sie in diesem Moment. Und ich starb mit ihnen."

1994 - 1997 | In den Fängen einer kriminellen Organisation & Yuma,  Mexiko-Stadt - Mexiko


"Ich erinnere mich nicht daran, wie lange die Reise dauerte. Zeit verlor ihre Bedeutung, als sie mich aus meinem Leben rissen. Es gab nur Bewegung. Dunkelheit. Stimmen, die über mich hinweg sprachen, als wäre ich nicht mehr als ein Gegenstand, dessen Wert man bereits bestimmt hatte.
Als wir Mexiko-Stadt erreichten, war ich nicht mehr das Mädchen, das aus Curitiba fortgerissen worden war. Nicht vollständig. Etwas in mir hatte sich verschlossen, um zu überleben. Ich sprach nicht. Nicht aus Trotz, sondern weil meine Worte keine Funktion mehr hatten. Portugiesisch wurde zu etwas, das nur noch in meinem Inneren existierte, wie ein letzter Faden, der mich mit einer Welt verband, die nicht mehr existierte. Sie brachten mich in eine Lagerhalle, deren Luft nach Feuchtigkeit, Schweiß und etwas Metallischem roch, das ich später als Blut erkennen würde. Es gab andere dort. Kinder, Jugendliche, einige jünger als ich, andere älter, aber niemand wirkte wirklich erwachsen. Ihre Augen waren leer auf eine Weise, die mir mehr Angst machte als jede Drohung. Ich lernte schnell, die Regeln zu erkennen, ohne dass sie ausgesprochen werden mussten. Ich lernte, wann ich den Blick senken musste. Wann ich mich bewegen durfte. Wann ich still sein musste. Hunger wurde zu einem ständigen Begleiter, aber er war vorhersehbar, und Vorhersehbarkeit war ein Trost.

Meine erste Wandlung in Gefangenschaft geschah nicht lange danach. Ich hatte sie nicht geplant. Mein Körper reagierte auf Angst, auf Enge, auf den Instinkt zu fliehen, als zwei Männer begannen, sich über mich zu unterhalten, als wäre ich bereits verkauft. Ich spürte das vertraute Ziehen, die Veränderung, und für einen Moment war ich wieder frei. Klein genug, schnell genug, um zu entkommen. Aber es gab keinen Ort, an den ich hätte gehen können. Selbst wenn ich entkam, war ich allein in einer Stadt, die mich verschlungen hätte. Also versteckte ich mich stattdessen. Ich konnte von Glück sagen, dass keiner meine Wandlung mitbekommen hatte. Wer weiß, wozu sie mich dann womöglich gezwungen oder ob sie mich vielleicht sogar getötet hätten. Schließlich wusste ich nie genau, was in ihren Köpfen vor sich ging. Aber nicht nur meine Entführer waren blind für das geblieben, was ich bin, auch die Mitgefangenen hatten offensichtlich kein Auge dafür. Vielleicht, weil viele von ihnen nur noch apathisch vor sich hinlebten und aus Angst alles taten, was man von ihnen verlangte. Für mich hieß das, dass ich meine Tiergestalt bewusst nutzte, wenn ich unbeobachtet war. Sie wurde zu meinem Zufluchtsort, zu dem einzigen Zustand, in dem ich mich noch vollständig fühlte.

Yuma kam einige Zeit nach mir. Ich bemerkte ihn nicht sofort. Er war älter als ich, aber nur ein paar Jahre. Er bewegte sich vorsichtig und beobachtend, wie ein Tier, das gelernt hatte, dass Aufmerksamkeit gefährlich sein konnte. Es war nicht sein Gesicht, das mich auf ihn aufmerksam machte, sondern seine Präsenz. Er roch anders, vertraut. Ich erkannte ihn als einen von uns, lange bevor wir ein Wort wechselten. Unsere erste Unterhaltung bestand aus kaum mehr als einem Blick. Er hatte gesehen, was ich war. Und ich hatte gesehen, dass er es verstanden hatte. Er begann, sich in meine Nähe zu begeben, ohne sich aufzudrängen. Er sprach langsam mit mir, in einfachem Spanisch, als würde er mir Zeit geben, die Worte zu verstehen. Ich antwortete nicht sofort. Vertrauen war etwas, das ich nicht mehr besaß. Aber er blieb. Er brachte mir kleine Dinge. Essen, das er selbst kaum entbehren konnte. Ein Stück Stoff, als er bemerkte, dass ich fror. Er erwartete nichts dafür. Und gerade das machte ihn anders als alle anderen.
Mit der Zeit begann ich zu sprechen. Zuerst nur einzelne Worte. Dann mehr. Spanisch wurde zu einer Brücke zwischen uns, eine Sprache, die nicht meine war, aber zu etwas wurde, das mir half, nicht mehr allein zu sein. Wir wurden oft gemeinsam losgeschickt, um zu stehlen oder zu betteln. Es war gefährlich, aber es bedeutete auch, dass wir nicht getrennt waren. Ich lernte, seine Bewegungen zu lesen, seine Körpersprache zu verstehen. Wir sprachen nicht immer. Wir mussten es nicht.

Als sie begannen, von Dingen zu sprechen, die ich tun sollte, verstand ich nicht sofort, was sie meinten. Aber ich sah die Veränderung in Yuma, die Spannung in seinem Körper, die Art, wie er sich zwischen mich und sie stellte, obwohl er wusste, was es bedeutete. Er bot sich selbst an, bevor sie mich nehmen konnten. Ich verstand erst später vollständig, was er getan hatte. Und ich wusste, dass es nichts war, was ich jemals würde zurückgeben können. Von diesem Moment an war er nicht mehr nur jemand, der meine Sprache sprach. Er war meine Familie.
Er begann, mich zu verstecken, wenn er fortging. In Hinterhöfen, zwischen Müllcontainern, an Orten, an denen ich in meiner Tiergestalt unsichtbar bleiben konnte. Ich wartete dort auf ihn und jedes Mal, wenn er zurückkehrte, wusste ich, dass ich noch nicht alles verloren hatte.
Nach einiger Zeit begann Yuma, von Flucht zu sprechen. Nicht offen, aber ich sah es in seinen Augen, in der Art, wie er Geld zurückbehielt, in kleinen Beträgen, die niemand bemerkte. Ich fragte ihn nicht danach. Ich hatte gelernt, dass Hoffnung gefährlich war. Aber sie begann dennoch, sich in mir zu regen. Als er mir schließlich sagte, dass wir gehen würden, glaubte ich ihm, auch wenn ich nicht wusste, ob es möglich war. Ich hatte ihm mein Leben bereits anvertraut, lange bevor ich diese Entscheidung bewusst traf. Und ich wusste, dass ich ihm folgen würde. Egal wohin."

1997 - 1998 | Überführung in die USA & Leben bei Aleshanee, Tucson - Arizona


"Ich erinnere mich an die Nacht, in der wir gingen, klarer als an die meisten anderen Nächte dieser Jahre. Nicht, weil sie sich äußerlich von den anderen unterschied, sondern weil sich etwas in mir anders anfühlte. Es war keine Sicherheit. Kein Vertrauen in den Ausgang dessen, was wir taten. Es war eher eine stille Entscheidung, die ich getroffen hatte, lange bevor wir unseren ersten Schritt setzten. Yuma hatte mir nicht alles erzählt, und ich wusste, dass er es nicht tat, um mich zu täuschen, sondern um mich zu schützen. Aber ich hatte gesehen, wie er Geld versteckt hatte, bemerkte, wie er Orte beobachtete, Wege einschätzte, Menschen musterte. Seine Vorsicht war nicht neu, aber sie hatte eine neue Richtung bekommen. Sie war nicht länger nur darauf ausgerichtet, den nächsten Tag zu überleben, sondern darauf, einen Weg hinaus zu finden.
Als er mir sagte, dass wir gehen würden, stellte ich keine Fragen. Nicht, weil ich keine hatte, sondern weil ich wusste, dass sie nichts ändern würden. Ich vertraute ihm nicht blind. Vertrauen war für mich kein Zustand mehr, sondern eine Handlung. Ich entschied mich, ihm zu vertrauen, so wie ich mich jeden Tag entschied, weiterzuleben. Wir verließen die Lagerhalle, als die Stadt am wenigsten aufmerksam war. Die Geräusche waren dieselben wie immer – entfernte Stimmen, Motoren, Schritte – aber ich nahm sie anders wahr, als wären sie Teil einer Welt, die mich nicht mehr festhalten konnte. Wir bewegten uns vorsichtig, nicht aus Angst, sondern aus Gewohnheit. Vorsicht war etwas, das sich in unseren Körpern festgesetzt hatte, wie ein zweiter Instinkt. Der Weg zur Grenze war lang und still. Wir reisten mit Menschen, deren Gesichter ich kaum sah, deren Namen ich nie erfuhr. Niemand sprach viel. Jeder trug seine eigene Angst mit sich, seine eigene Hoffnung, die zu zerbrechlich war, um sie laut werden zu lassen.
Als wir schließlich zu Fuß weitergehen mussten, durch ein Gebiet aus Stein und Hitze, verstand ich zum ersten Mal, dass Freiheit nicht sanft war. Sie verlangte etwas von uns. Jeder Schritt war eine Entscheidung, weiterzugehen, auch wenn mein Körper schmerzte, auch wenn meine Gedanken mich zurückziehen wollten, in einen Zustand, in dem ich nichts erwartete und nichts verlor. Yuma ließ mich nie hinter sich gehen. Er blieb immer nah genug, dass ich seine Präsenz spüren konnte, ohne dass er mich berührte. Es war nicht nötig. Seine Nähe war selbst in der Stille spürbar. Als wir dann eine Straße erreichten und ein älterer Mann uns mitnahm, wusste ich nicht, ob wir es geschafft hatten. Ich wusste nur, dass wir noch lebten. Und zum ersten Mal seit Jahren begann ich zu glauben, dass mein Leben vielleicht nicht dort enden würde, wo es zerbrochen war.

Tucson fühlte sich fremd an, aber nicht feindlich. Die Luft war trocken, anders als alles, was ich aus Brasilien kannte, und selbst die Geräusche schienen weiter voneinander entfernt zu sein. Es gab Raum zwischen den Dingen. Raum zum Atmen. Doch selbst dort wusste ich anfangs nicht, wie ich existieren sollte, ohne ständig auf den nächsten Schlag vorbereitet zu sein. Mein Körper blieb angespannt, selbst wenn keine unmittelbare Bedrohung da war. Ich schlief leicht, wachte bei jedem Geräusch auf und brauchte lange, um zu begreifen, dass nicht jede Bewegung im Dunkeln bedeutete, dass mir etwas genommen werden würde.
Aleshanee trat in unser Leben mit einer Ruhe, die ich zunächst nicht verstand. Sie hatte uns nicht gesucht, und doch hatte sie uns gefunden, als wäre unser Weg immer dazu bestimmt gewesen, sich mit ihrem zu kreuzen. Ich erinnere mich an ihre Augen, als sie mich zum ersten Mal ansah. Sie blickte mich nicht an wie ein Opfer, nicht wie ein verlorenes Kind. Sie blickte mich an, als wäre ich etwas, das noch nicht vollendet war. Nicht zerbrochen, aber unvollständig. Das war ein Unterschied, den ich damals noch nicht in Worte fassen konnte, den ich aber spürte. Ihr Zuhause lag am Rand der Stadt. Es war kein großes Haus, aber es war erfüllt von Dingen, die eine Bedeutung hatten. Getrocknete Kräuter hingen in Bündeln von den Balken. Kleine Gegenstände aus Holz, Stein und Knochen lagen auf Regalen und Fensterbänken, jeder von ihnen sorgfältig platziert, als wäre er Teil eines größeren Ganzen. Ich wusste instinktiv, dass sie kein gewöhnlicher Mensch war. Es war in der Art, wie sie sich bewegte, wie sie sprach, wie sie den Raum um sich herum wahrnahm. Sie existierte nicht gegen die Welt, sondern mit ihr und sie bestätigte meine Ahnung, als sie mir erklärte, eine Hexe zu sein.

Aleshanee versuchte nie, mich zu unterrichten. Sie erklärte Dinge nicht, als wären sie Lektionen. Stattdessen ließ sie mich beobachten. Ich sah, wie sie Pflanzen berührte, als würde sie ihnen zuhören. Wie sie leise Worte sprach, nicht um etwas zu erzwingen, sondern um etwas zu begleiten. Eines Abends saß ich draußen vor dem Haus, meine Knie an meine Brust gezogen und beobachtete den Himmel, als sie sich neben mich setzte. Sie sagte eine Weile nichts. Sie musste es nicht. Ihre Gegenwart war nicht invasiv. Sie ließ mir Raum, selbst wenn sie neben mir war. "Du trägst viel in dir", sagte sie schließlich leise, auf Spanisch, langsam genug, dass ich jedes Wort verstand. "Aber nichts davon hat dich zerstört." Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte. Niemand hatte je so zu mir gesprochen. Die meisten Menschen sahen nur, was mir passiert war. Sie sahen den Schaden. Sie sah etwas anderes. "Manchmal", fuhr sie fort, "versucht das Leben, uns zu brechen, nicht weil wir schwach sind, sondern weil wir stark genug sind, uns zu verändern." Ich erinnere mich daran, dass ich den Boden ansah, weil ich nicht wollte, dass sie die Tränen sah, die ich nicht zurückhalten konnte. Sie legte ihre Hand nicht auf meine Schulter. Sie versuchte nicht, mich zu trösten. Sie ließ mich fühlen, ohne mich zu unterbrechen. Das war ihre größte Stärke. Sie behandelte mich nie wie jemanden, der gerettet werden musste. Sie behandelte mich wie jemanden, der überlebt hatte.
In den Monaten, die wir bei ihr lebten, begann ich, mich selbst anders zu sehen. Ich begann zu verstehen, dass meine Vergangenheit nicht das Einzige war, was mich definierte. Dass ich nicht nur ein Mädchen war, dem alles genommen worden war, sondern jemand, der noch immer existierte. Ich begann, mich für das zu interessieren, was sie tat. Für die Art, wie sie mit der Welt interagierte. Es war eine Beziehung zur Welt, die auf Aufmerksamkeit, Respekt und Gleichgewicht beruhte. Ich wusste, dass ich selbst keine Hexe war, aber ich verstand, dass es andere Wege gab, stark zu sein, als nur zu überleben.
Bevor wir gingen, sagte sie etwas zu mir, das ich nie vergessen habe: "Du bist nicht das, was dir genommen wurde,... du bist das, was geblieben ist." Diese Worte blieben bei mir. Sie blieben bei mir, als wir sie verließen. Sie blieben bei mir, als ich begann, mein Leben neu aufzubauen. Und sie sind noch heute bei mir, jedes Mal, wenn ich vor einer Entscheidung stehe und mich frage, ob ich stark genug bin, weiterzugehen. Aleshanee hat mir nicht nur ein Zuhause gegeben. Sie hat mir gezeigt, dass ich noch eines finden konnte."

1998 - 2003 | Leben in der Hopi Reservation, Nord-Arizona


"Der erste Eindruck, den ich von den Mesas hatte, war Weite. Nicht die leere Weite der Wüste, die alles verschluckte, sondern eine offene Weite, die existierte, ohne etwas zu verlangen. Die Tafelberge erhoben sich ruhig und beständig aus der Landschaft, als wären sie schon immer dort gewesen und würden noch lange dort sein, wenn alles andere längst vergangen war. Der Wind bewegte sich anders hier. Er trug keine Bedrohung in sich, sondern Geschichten. Als wir ankamen, wusste ich nicht, ob ich bleiben konnte. Nicht körperlich - ich wusste, dass ich bleiben durfte. Aber innerlich war ich noch immer in Bewegung, noch immer bereit zu fliehen, wenn etwas zerbrach. Die Gemeinschaft der Hopi war anders als alles, was ich seit meiner Kindheit gekannt hatte. Sie stellten keine Fragen, die ich nicht beantworten konnte. Sie verlangten keine Erklärungen für Dinge, für die ich keine Worte hatte. Sie akzeptierten meine Anwesenheit nicht als Verpflichtung, sondern als Tatsache. Das war es, was mich am meisten überraschte. Akzeptanz ohne Bedingungen.

Ich begann, mich langsam an den Rhythmus ihres Lebens anzupassen. Die Tage hatten eine Struktur, die nichts mit Kontrolle zu tun hatte, sondern alles mit Gleichgewicht. Es gab Arbeit, aber sie war nicht entwürdigend. Sie war notwendig und sinnvoll. Ich half bei der Versorgung der Tiere, bei der Ernte, bei Aufgaben, die mir zunächst fremd waren, die aber mit der Zeit zu etwas Vertrautem wurden. Die Natur war überall präsent. Nicht als Kulisse, sondern als Teil des Lebens selbst. Ich verbrachte viel Zeit draußen, oft allein. Ich beobachtete Tiere, nicht aus Neugier, sondern aus einem tiefen Bedürfnis heraus, zu verstehen, wie sie existierten. Sie bewegten sich nicht gegen die Welt. Sie bewegten sich mit ihr. Ich begann, mich in meiner Tiergestalt häufiger zu wandeln, nicht aus Angst oder Flucht, sondern aus Ruhe. Meine Kodkod-Form war klein und unscheinbar, aber sie war vollkommen. Ich konnte mich lautlos durch die Vegetation bewegen, konnte mich verstecken, ohne mich verloren zu fühlen. Zum ersten Mal seit meiner Entführung wurde meine Wandlung nicht mit Angst oder Scham verbunden. Sie war einfach ein Teil von mir.
Doch der wichtigste Teil dieser Jahre war nicht die Natur. Es war Bildung. Ich wusste, dass ich etwas verloren hatte, das nicht von selbst zurückkehren würde. Meine Schulbildung war abrupt beendet worden. Einen Großteil konnte ich natürlich, aber mein Wissen war bruchstückhaft, unvollständig. Es gab Lücken, die mich daran erinnerten, wie viel mir genommen worden war. Ich begann, diese Lücken zu schließen. Es war nicht leicht. Ich war älter als viele der anderen, die ebenfalls lernten, und oft fühlte ich mich fehl am Platz, als würde ich versuchen, etwas nachzuholen, das unwiederbringlich verloren war. Es gab Momente, in denen ich frustriert war, in denen ich an mir zweifelte, in denen die Stimme in meinem Kopf mir sagte, dass es sinnlos war. Aber ich erinnerte mich an Aleshanees Worte: Ich war nicht das, was mir genommen worden war. Ich war das, was geblieben war.

Yuma war in dieser Zeit meine Konstante, so wie er es immer gewesen war. Aber unsere Beziehung begann sich zu verändern, nicht in ihrer Tiefe, sondern in ihrer Form. Wir waren nicht länger nur Überlebende, die sich gegenseitig festhielten, um nicht unterzugehen. Wir wurden zu eigenständigen Menschen, die sich entschieden, beieinander zu bleiben. Ich begann, Entscheidungen für mich selbst zu treffen. Ich lernte Englisch fließend zu sprechen, nicht nur aus Notwendigkeit, sondern aus dem Wunsch heraus, mich vollständig in dieser neuen Welt bewegen zu können. Ich lernte, mich auszudrücken, meine Gedanken zu formulieren und meine Existenz nicht länger zu verstecken. Die spirituellen Praktiken der Hopi beeinflussten mich auf eine Weise, die ich zunächst nicht verstand. Sie sahen die Welt nicht als etwas Getrenntes, sondern als ein verbundenes Ganzes. Alles hatte Bedeutung. Alles hatte seinen Platz. Diese Sichtweise fühlte sich vertraut an, auch wenn ich nicht genau sagen konnte, warum. Vielleicht, weil ich immer gewusst hatte, dass ich Teil von etwas Größerem war. Vielleicht, weil ich überlebt hatte, obwohl ich es nicht hätte müssen.
Als Makya kam und von Washington erzählte, hörte ich ihm zunächst nur zu. Seine Worte zeichneten Bilder von dichten Wäldern, von Regen, von einem Leben, das anders war als dieses. Mit der Zeit begann ich zu spüren, dass sich etwas in mir veränderte. Es war kein plötzlicher Wunsch, kein klarer Gedanke, sondern eher ein leises Ziehen, das sich nicht ignorieren ließ. Die Mesas hatten mich geheilt. Sie hatten mir Stabilität gegeben, mir erlaubt, wieder zu wachsen, wieder zu existieren, ohne ständig auf der Flucht zu sein. Ich war ihnen dankbar, und ein Teil von mir würde immer dort bleiben, in den warmen Farben der Erde und im weiten Himmel, der mich in diesen Jahren getragen hatte. Aber ich wusste auch, dass ich nicht bleiben konnte. Nicht, weil es mir dort nicht gut ging, sondern weil ich begann zu verstehen, dass mein Leben nicht dort endete. Dass es weiterging. Dass ich weitergehen musste.

Es dauerte eine Weile, bis ich den Mut fand, mit Yuma darüber zu sprechen. Ich erinnere mich noch an den Abend, als ich es ihm sagte. Wir saßen außerhalb der Gemeinschaft, dort, wo die Mesas sich gegen den Horizont abzeichneten und die Luft langsam abkühlte. Ich hatte meine Worte oft in meinem Kopf geformt, hatte sie verworfen und neu begonnen, aus Angst, dass ich ihn verletzen könnte, dass ich undankbar erscheinen würde für alles, was wir dort gefunden hatten.
"Ich glaube, ich muss gehen", sagte ich schließlich leise. Er antwortete nicht sofort. Und ich war dankbar dafür. Er war nie jemand gewesen, der sprach, nur um die Stille zu füllen. "Nicht, weil ich unglücklich bin", fuhr ich fort, meine Stimme vorsichtig, als würde ich mich selbst an etwas herantasten, das ich noch nicht vollständig greifen konnte. "Sondern weil ich spüre, dass mein Weg dort nicht endet." Ich drehte den Kopf zu ihm, suchte sein Gesicht im schwächer werdenden Licht. "Aber das bedeutet nicht, dass deiner es auch muss", sprach ich ehrlich. "Du bist hier glücklich. Ich sehe es. Und ich will nicht, dass du das für mich aufgibst." Es war das erste Mal seit vielen Jahren, dass ich eine Entscheidung traf, die nicht aus Angst geboren war, sondern aus dem Wunsch nach Wachstum. Ich erwartete nicht, dass er mit mir kam. Ich hätte es nicht von ihm verlangt. Er hatte mir bereits mehr gegeben, als ich jemals hätte erbitten dürfen. Er hatte mich gerettet, sein eigenes Leben geopfert, um meines zu schützen. Ich wollte nicht, dass er noch einmal etwas aufgab, das ihm Frieden gebracht hatte.
Als er mir schließlich sagte, dass er mit mir gehen würde, fühlte ich, wie sich etwas in meiner Brust zusammenzog. Freude und Schmerz gleichermaßen. Ich war glücklich, weil ich wusste, dass ich ihn nicht verlieren würde. Dass ich diesen neuen Weg nicht allein gehen musste. Aber gleichzeitig wusste ich, was es ihn kostete. Ich kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass die Hopi ihm ein Zuhause geworden waren. Dass er dort etwas gefunden hatte, das ihm lange gefehlt hatte. Er tat es trotzdem. Nicht aus Pflicht, sondern aus Liebe. Und in diesem Moment wurde mir klar, dass ich nun nicht mehr nur diejenige war, die beschützt wurde. Ich wurde zu jemandem, der ebenfalls beschützen musste.
Als wir die Mesas verließen, trug ich nicht nur meine eigenen Hoffnungen mit mir, sondern auch seine. Und ich schwor mir im Stillen, dass ich alles tun würde, um sicherzustellen, dass er seine Entscheidung niemals bereuen würde. Dass Dawnskap Bay für ihn nicht nur ein Ort sein würde, den er meinetwegen gewählt hatte, sondern ein Zuhause."

2003 - 2008 | Aufnahme ins Katzenrudel & Aufbau eines eigenen Lebens, Dawnskap Bay


"Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich Dawnskap Bay zum ersten Mal sah. Die Luft war feucht und kühl, und sie roch nach Dingen, die ich lange nicht mehr gespürt hatte. Nach Regen, nach Moos, nach lebendiger Erde. Es war nicht wie die trockene Weite Arizonas, nicht wie die staubige Hitze der Wüste oder die erdrückende Enge von Mexiko-Stadt. Es war etwas anderes. Dichter, als würde die Welt hier nicht versuchen, dich auf Abstand zu halten, sondern dich einladen, Teil von ihr zu werden. Trotzdem hatte ich Angst. Nicht vor Gefahr, sondern davor, wieder irgendwo anzukommen und es erneut zu verlieren.
Das Katzenrudel nahm uns nicht mit überschwänglicher Herzlichkeit auf, sondern mit etwas, das ich viel mehr zu schätzen wusste: ruhiger Akzeptanz. Lucien Henshaw, der damalige Anführer, stellte Fragen, aber seine Stimme war ruhig, sein Blick wachsam, ohne misstrauisch zu sein. Er sah uns an wie jemand, der verstand, was es bedeutete, einen langen Weg hinter sich zu haben. Ich wusste nicht sofort, wie ich mich verhalten sollte. Ich war es nicht gewohnt, an einem Ort zu bleiben, ohne ständig auf den Moment vorbereitet zu sein, in dem ich wieder gehen musste. Mein Körper blieb angespannt, selbst wenn mein Verstand langsam begann zu begreifen, dass ich hier nicht gefangen war.
Yuma blieb in meiner Nähe, wie er es immer getan hatte, aber ich wusste, dass sich etwas verändert hatte. Ich war nicht mehr das Mädchen, das sich an ihm festhalten musste, um zu überleben. Ich war jemand geworden, der stehen konnte. Und genau deshalb begann ich, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Der erste Schritt war mein Schulabschluss. Auch wenn ich in der Hopi-Reservation bereits vieles gelernt hatte, wollte ich einen offiziellen Abschluss. Nicht für andere, sondern für mich. Es war ein Symbol. Ein Beweis, dass mein Leben nicht an dem Tag stehen geblieben war, an dem ich aus Curitiba fortgerissen worden war.

Es war nicht leicht. Ich war älter als viele andere, die ihre Abschlüsse machten. Aber ich gab nicht auf. Jeder bestandene Test, jede abgeschlossene Aufgabe war ein stiller Sieg. Als ich schließlich meinen Abschluss in den Händen hielt, war es nur ein Stück Papier, aber für mich war es mehr. Es war der erste greifbare Beweis dafür, dass ich mir eine Zukunft aufbauen konnte. In dieser Zeit begann ich auch, die Wälder rund um Dawnskap Bay zu erkunden. Nicht aus Pflicht, sondern aus Instinkt. Der Wald erinnerte mich an etwas, das ich lange verloren geglaubt hatte. Er war lebendig auf eine Weise, die mich gleichzeitig beruhigte und wachsam machte. Ich verbrachte Stunden draußen, manchmal als Mensch, manchmal in meiner Tiergestalt, bewegte mich zwischen den Bäumen, spürte den Boden unter meinen Pfoten, lauschte den Geräuschen der Welt. Es war dort, dass ich zum ersten Mal darüber nachdachte, was ich werden wollte. Die Möglichkeit, Wildhüterin zu werden, kam nicht plötzlich. Sie entwickelte sich langsam, aus meiner Nähe zur Natur, aus meiner Fähigkeit zu beobachten, aus meinem Wunsch heraus, etwas zu schützen, statt nur zu entkommen. Die Ausbildung war nicht einfach, aber sie fühlte sich richtig an. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, dass ich nicht gegen mich selbst arbeitete, sondern mit mir. Ich lernte, Spuren zu lesen, Verhaltensmuster zu erkennen und das Gleichgewicht eines Ökosystems zu verstehen. Es war mehr als ein Beruf. Es war eine Beziehung.
Die Bienen kamen einige Zeit später in mein Leben. Es begann mit einem einzelnen Volk, das ich am Rand des Rudelgeländes entdeckte. Ich beobachtete sie lange, bevor ich mich ihnen näherte. Sie waren nicht aggressiv. Sie waren wachsam. Sie reagierten auf meine Präsenz, auf meine Ruhe. Ich begann, mich um sie zu kümmern. Nicht, weil ich musste, sondern weil ich es wollte. Mit der Zeit wurden es mehr Völker. Ich lernte, ihre Bedürfnisse zu verstehen, ihre Rhythmen, ihre Struktur. Sie waren verletzlich und stark zugleich, ein Gleichgewicht, das ich tief in mir wiedererkannte.

Das Rudel wurde zu meinem Zuhause, nicht über Nacht, sondern langsam. Vertrauen war für mich kein Zustand, sondern ein Prozess. Aber ich begann, Wurzeln zu schlagen. Ich begann, mich nicht mehr wie jemand zu fühlen, der jederzeit wieder gehen musste. Und ich vergaß nie, dass Yuma meinetwegen hier war. Ich beobachtete ihn, so wie ich immer alles beobachtete. Ich sah die Momente, in denen er still wurde, in denen sein Blick sich verlor, als würde ein Teil von ihm noch immer in der Weite Arizonas existieren. Er sagte nie, dass er seine Entscheidung bereute. Aber ich wusste, dass Opfer Spuren hinterließen, selbst wenn sie aus Liebe gemacht wurden. Also tat ich alles, was ich konnte, damit Dawnskap Bay sich auch für ihn richtig anfühlte, weil ich ihn liebte."

2008 - heute | Abschied & Rückkehr von Yuma
2010 - 2012 | turbulente Zeiten im Katzenrudel


"Ich wusste, dass dieser Tag kommen würde, lange bevor er es aussprach. Es war nicht etwas, das sich plötzlich ankündigte, kein einzelner Moment, der alles veränderte. Es war subtiler. Ich bemerkte es in der Art, wie sich seine Aufmerksamkeit verschob, wie sein Blick manchmal in eine Richtung ging, die ich nicht sehen konnte. Es war kein Rückzug. Es war eine Bewegung nach vorn. Als er mir von José erzählte, hörte ich ihm zu, ohne ihn zu unterbrechen. Seine Stimme war ruhig, aber ich kannte ihn gut genug, um zu spüren, dass etwas in ihm anders war. Nicht unsicher, nicht zögerlich, sondern lebendig. Ich hatte ihn lange nicht mehr so gesehen.
José war ein Mensch. Zerbrechlich auf eine Weise, die nichts mit Schwäche zu tun hatte, sondern mit Vergänglichkeit. Ich wusste sofort, was das bedeutete, auch wenn Yuma es nicht aussprach. Seine Welt hatte sich erweitert, und ich war nicht mehr ihr Mittelpunkt. Und ich war nicht traurig darüber. Nicht wirklich. Ich war stolz auf ihn. Er hatte so lange für mich gelebt. Hatte seine eigenen Bedürfnisse zurückgestellt, seine eigenen Wünsche verdrängt, um sicherzustellen, dass ich überlebte, dass ich wachsen konnte, dass ich ankommen konnte. Ich hatte immer gewusst, dass dieser Moment eines Tages kommen würde, der Moment, in dem er begann, für sich selbst zu leben.
Als Yuma mir sagte, dass er mit José nach Kalifornien gehen würde, fühlte ich den Schmerz trotzdem. Nicht, weil ich ihn verlieren würde, sondern weil ich wusste, wie sehr ich mich daran gewöhnt hatte, dass er da war. Wir saßen nebeneinander, als er es mir sagte, in der vertrauten Stille, die uns seit Jahren begleitete. Es gab keinen richtigen Weg, solche Dinge auszusprechen, keine Worte, die den Übergang einfacher machten. "Du musst gehen", sagte ich leise zu ihm. Er sah mich an, überrascht, vielleicht auch unsicher, ob ich es wirklich so meinte. Und ich tat es. "Du hast lange genug für mich gelebt", fuhr ich fort. "Jetzt ist es Zeit, dass du für dich lebst." Es war nicht einfach, diese Worte auszusprechen. Ein Teil von mir wollte ihn bitten zu bleiben, wollte sich an das klammern, was sicher war, was vertraut war. Aber ich hatte gelernt, dass Liebe nichts war, das man festhalten konnte, ohne es zu beschädigen. Liebe bedeutete auch, loszulassen.
Am Tag seines Abschieds begleitete ich ihn bis zu dem Punkt, an dem sein Weg und meiner sich trennten. Ich versuchte, mir jedes Detail einzuprägen - die Art, wie er sich bewegte, die ruhige Sicherheit in seiner Haltung, die mir immer Kraft gegeben hatte. Ich umarmte ihn länger als sonst. Nicht aus Angst, sondern aus Dankbarkeit. "Du wirst immer mein Zuhause sein", sagte ich leise und ich meinte es.

Die ersten Wochen ohne Yuma waren die schwersten. Nicht, weil ich nicht wusste, wie ich leben sollte, sondern weil ich mich daran gewöhnen musste, dass ein Teil meines Lebens nun woanders existierte. Ich spürte seine Abwesenheit in kleinen Dingen. In der Stille, die anders klang. In Momenten, in denen ich mich instinktiv zu ihm umdrehen wollte, nur um festzustellen, dass er nicht da war. Aber ich zerbrach nicht daran. Ich hatte gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen. Meine Arbeit als Wildhüterin wurde zu meinem Anker. Die Wälder kannten mich inzwischen. Ich kannte ihre Wege, ihre Veränderungen, ihre Geheimnisse. Ich verbrachte mehr Zeit draußen, nicht um zu fliehen, sondern um zu existieren. Die Natur verlangte nichts von mir außer Präsenz, und das war etwas, das ich geben konnte. Meine Bienenvölker wuchsen ebenfalls. Sie wurden zu einem festen Bestandteil meines Lebens, zu etwas, das Kontinuität besaß, selbst wenn sich alles andere veränderte. Ich lernte, ihren Rhythmus zu lesen und ihre Bedürfnisse zu erkennen. Sie vertrauten mir, so wie ich ihnen vertraute.
Yuma und ich blieben in Kontakt. Wir schrieben uns. Sprachen miteinander. Seine Stimme war anders am Telefon, freier, leichter. Es machte mich glücklich zu wissen, dass er ein Leben führte, das ihm gehörte. Und ich führte meines. Ich war nicht mehr das Mädchen, das aus einem brennenden Haus fortgerissen worden war. Ich war jemand geworden, der blieb.

Doch die Jahre 2010 und 2011 gehörten zu den unruhigsten Zeiten, die ich im Katzenrudel erlebt habe. Als Lucien Henshaw begann, Mitglieder auf verdeckte Missionen gegen die Vampire zu schicken, hatte ich von Anfang an ein ungutes Gefühl. Ich vertraute ihm nicht. Trotzdem blieb ich im Rudel, weil ich mir dort gerade erst ein Leben aufgebaut hatte. Statt offen gegen ihn vorzugehen, versuchte ich im Hintergrund, einige der anderen zur Vorsicht zu bewegen. Als schließlich mehrere Späher verschwanden - darunter auch Wandler, die mir nahe standen - fühlte es sich an, als würde der Boden unter meinen Füßen erneut nachgeben. Ihr Verschwinden hat meine Angst, Menschen zu verlieren, die mir wichtig sind, noch einmal deutlich verstärkt. Aber als dann Artair Manderley die Führung übernahm, änderte sich vieles. Er gewann mein Vertrauen schnell, weil er besonnener handelte und nicht bereit war, das Rudel blind in einen Konflikt zu treiben. Umso schwerer traf mich sein Tod im Juni 2011. In dieser Zeit war Yuma nicht bei mir, und so zog ich mich oft in die Wälder zurück, um mit der Trauer und der erneuten Unsicherheit im Rudel zurechtzukommen. Die Stille der Natur war manchmal das Einzige, das mir half, meine Gedanken zu ordnen.
Nach Artairs Tod übernahmen Paul Rodriguez und Patrick Panavin für knapp zwei Monate die Führung des Rudels, bis es im Oktober zu einem Streit zwischen den beiden kam und Patrick zurücktrat. Von da an war Paul alleiniger Alpha und kümmerte sich um sämtliche Rudelangelegenheiten.

Erwähnenswert ist auch die erschreckende Explosion während der Fête de la Musique im Juni 2011, gefolgt von einem Erdbeben, das die Stadt erschütterte. Ich selbst war nicht im Park, doch als ich kurz darauf für einen ganzen Tag die Kontrolle über meine Wandlerfähigkeit verlor, fühlte sich dieser Verlust für mich erschreckend vertraut an, denn obwohl ich mich während dieser Zeit auf dem Rudelgelände in Sicherheit wusste, riss dieser Kontrollverlust alte Erinnerungen an Zeiten wach, in denen ich keinerlei Einfluss auf mein eigenes Leben gehabt hatte. Entsprechend erleichtert war ich, als am nächsten Abend der Spuk endlich vorbei war und ich mich wieder in meine menschliche Gestalt zurückwandeln konnte.
Das nächste Ereignis in diesem Jahr war der Pakt mit dem Haus der Schatten und ich muss sagen, dass ich ihm zunächst neutral gegenüberstand. Doch nachdem mein Freund Jules bei einer Auseinandersetzung mit Vampiren schwer verletzt worden war, begann ich zunehmend daran zu zweifeln. Ich habe zwar gelegentlich Blut gespendet, aber es fühlte sich nie richtig an. Als Paul uns schließlich vor die Wahl stellte, den Pakt zu unterstützen oder das Rudel zu verlassen, spürte ich einen alten Widerstand in mir aufsteigen. Zu oft hatte ich erlebt, wie es sich anfühlt, keine Wahl zu haben. Nach einem Gespräch mit ihm entschied ich mich trotzdem zu bleiben, weil das Rudel inzwischen mein Zuhause geworden war. Mit der Aufhebung des Paktes im Februar 2012 war da vor allem Erleichterung. Gleichzeitig blieb ein bitterer Nachgeschmack zurück, denn einige Freunde hatten das Rudel in dieser Zeit verlassen. Auch wenn vieles sich verändert hat, habe ich gelernt, dass ich trotzdem bleiben kann, und vielleicht genau deshalb ein ruhiger Teil des Rudels geworden bin, der einfach da ist, wenn Stabilität gebraucht wird.

Ein paar Tage später ergriff mich plötzlich ein Gefühl, das mich wie elektrisiert innehalten ließ. Instinktiv wusste ich, dass Yuma zurück war, noch bevor ich ihn sah. Als ich ihn schließlich sah, stand ich einfach nur da, unfähig, mich zu bewegen. Vier Jahre waren vergangen, und doch war er derselbe und gleichzeitig anders. Älter. Nicht körperlich, sondern in der Art, wie er die Welt trug. Ich ging auf ihn zu, langsam, als müsste ich sicherstellen, dass er wirklich da war. Und dann umarmte ich ihn. Alles andere konnte warten. Ich wusste, dass etwas in ihm zerbrochen war. Dass seine Beziehung zu José geendet hatte, nicht aus Mangel an Liebe, sondern aus der Grausamkeit der Zeit selbst. Ich sagte nichts darüber. Es war nicht nötig. Er war wieder hier. Und er war nicht allein. Nicht mehr. Nicht solange ich da war. Und dieses Mal war ich stark genug, nicht nur beschützt zu werden, sondern ihn ebenfalls zu beschützen."


And at the end?


Just a few more things.



Spielername


Luna

Avatarperson


Gabrielle Union

Zweitcharakter(e)


Theresa Stone, Rachel Evans, Victoria Ramírez & Diana Knight

Gesuch?/Erwähnte Charaktere


Gesuch: Nein
Erwähnte Charaktere: Yuma Arellano & Jules Raines
Relationen
Familie
Gruppierung
Freunde
Bekannte
Ungemocht
Feinde
Liebe und Sex
Vergangenheit